Das Hahnenkamm-Rennen ist eines der ganz grossen Highlights der Saison und die Streif zählt definitiv zu meinen Lieblingsstrecken. In einem sehr knappen Super-G konnte ich mir mit einer soliden und kontrollierten Fahrt den zweiten Rang und somit meine erste Gams sichern. Auf den Sieg fehlten mir drei Hundertstel…Das tut weh. Jedoch hat die Freude über die gewonnene silberne Gams schnell überwogen. Entsprechend wollte ich am Samstag bei der Abfahrt die Hundertstel auf meiner Seite haben.

Doch Skifahren ist kein Wunschkonzert, und bei der Einfahrt zur Zieltraverse unterlief mir wieder derselbe Fehler wie im Training. Schon wieder. Trotz einem klaren Plan war ich wieder mit dem «Füdli auf dem Boden». Die guten oberen Abschnittszeiten sind ein schwacher Trost. Der Frust ist immer noch da.

Zurück im Hotel überlegte ich mir kurz, direkt nach Hause zu reisen. In einem solchen Moment schätzt man aber, wenn Familie und Freunde vor Ort sind. Entsprechend war schnell klar, dass die erste Gams trotzdem gefeiert werden sollte. Genau diese gemeinsamen Erlebnisse geben mir schnell die Motivation, nach vorne zu schauen. Entsprechend hungrig und motiviert reise ich Ende Woche für die Heimrennen in Crans-Montana an. Zudem wissen wir alle, was dann eine Woche später ansteht.

An dieser Stelle wünsche ich meinem Teamkollegen Marco Kohler eine schnelle und gute Besserung. Es tut weh, wenn gute Kameraden zurückgeworfen werden, die es ebenfalls verdient hätten, ganz oben zu stehen.

Bild: Erich Spiess / Red Bull Content Pool